Tagebucheintrag – Tag 6 in DayZ
„Blut, Verrat und magische Hände – unser erster großer Angriff“
Liebes Tagebuch,
ich hatte gehofft, dass wir nach den letzten Tagen endlich etwas Ruhe finden würden. Wir hatten eine Halle gefunden, angefangen, sie zu verbarrikadieren, und unsere kleine Gruppe war auf fünf Leute angewachsen. Zum ersten Mal fühlte es sich so an, als hätten wir in dieser verdammten Welt einen Ort gefunden, an dem wir bleiben könnten.
Doch Chernarus gönnt einem offenbar keine Ruhe.
Tag 6 begann mit einem Albtraum.
Es ging alles so verdammt schnell. Noch bevor wir richtig in den Tag starten konnten, wurden wir überfallen. Keine freundliche Warnung, kein Gespräch, keine Chance, die Situation in Ruhe einzuschätzen. Plötzlich waren da Angreifer, Schüsse und pures Chaos. Unser vermeintlich sicherer Rückzugsort wurde innerhalb kürzester Zeit zum Schlachtfeld.
Ich versuchte, mich irgendwie in Sicherheit zu bringen, doch ehe ich mich versah, hatte es mich schwer erwischt. Die Schmerzen waren heftig, meine Kräfte schwanden, und mir wurde schnell klar, dass ich aus eigener Kraft nicht mehr viel ausrichten konnte. All die Mühe der vergangenen Tage, die Jagd, die Suche nach Ausrüstung und der Aufbau unserer Unterkunft – für einen Moment schien alles bedeutungslos.
Ich lag schwer verletzt da und konnte nur hoffen, dass die anderen die Situation unter Kontrolle bekamen.
Und genau in diesem Moment zeigte sich, was unsere Gruppe wirklich ausmacht.
Lulufulli – die Frau mit den magischen Händen
Während um uns herum noch das Chaos tobte, kümmerte sich Lulufulli um mich. Ich weiß nicht, wie sie das gemacht hat, aber diese Frau scheint tatsächlich magische Hände zu haben.
Mit einer Ruhe, die ich in dieser Situation selbst niemals hätte aufbringen können, machte sie sich daran, meine Verletzungen zu versorgen. Während ich mit den Schmerzen kämpfte und kaum wusste, wie es weitergehen sollte, blieb sie konzentriert und gab mich nicht auf.
Ich kann gar nicht richtig beschreiben, wie viel mir das in diesem Augenblick bedeutet hat.
In DayZ ist es leicht, große Reden über Freundschaft und Zusammenhalt zu schwingen. Solange alle gesund sind und genug zu essen haben, kann jeder behaupten, dass man sich auf ihn verlassen kann. Aber wenn du schwer verletzt am Boden liegst und dein Leben plötzlich von der Hilfe eines anderen abhängt, sieht die Sache ganz anders aus.
Lulufulli hätte sich um sich selbst kümmern können. Sie hätte versuchen können, sich aus der Gefahrenzone zu retten. Stattdessen kümmerte sie sich um mich.
Und dafür werde ich ihr nicht so schnell vergessen sein.
Vielleicht waren wir am fünften Tag noch eine zusammengewürfelte Gruppe von Überlebenden. Aber heute hat sie mir gezeigt, dass in dieser Gruppe mehr steckt als bloß gemeinsames Plündern und Jagen.
Lulufulli hat mich nicht einfach nur behandelt. Sie hat mir die Chance gegeben, weiterzukämpfen.
Wenn ich irgendwann wieder vollständig auf den Beinen bin, habe ich ihr definitiv etwas gutzumachen.
Mathias und Bizzy – zwei Männer, die keine halben Sachen machen
Während Lulufulli versuchte, mich wieder zusammenzuflicken, waren Mathias und Bizzy mit den Angreifern beschäftigt.
Und was soll ich sagen? Die beiden haben die Sache offenbar ziemlich eindeutig geregelt.
Während ich selbst kaum in der Lage war, mich zu bewegen, nahmen sie den Kampf auf und sorgten dafür, dass unsere Gruppe nicht einfach überrannt wurde. Sie hielten dagegen, ließen sich nicht einschüchtern und machten den Angreifern klar, dass sie sich die falschen Leute ausgesucht hatten.
Am Ende wurden die Angreifer erledigt.
Ich war zwar nicht in der Verfassung, selbst groß etwas beizutragen, aber ich wusste, dass Mathias und Bizzy da draußen für uns kämpften. Für unsere Sicherheit, für unseren Stützpunkt und für die Menschen, mit denen wir inzwischen mehr als nur ein paar gemeinsame Kilometer zurückgelegt hatten.
Mathias, der mir schon bei unserer ersten Begegnung sympathisch gewesen war, bewies heute, dass hinter diesem ersten Eindruck offenbar auch etwas steckt. Und Bizzy bestätigte einmal mehr meinen Eindruck, dass er ein loyaler Genosse ist.
Die beiden haben nicht lange gefackelt.
Natürlich wünsche ich mir, dass wir solche Situationen in Zukunft vermeiden können. Niemand braucht unnötige Schießereien, und jeder Kampf kann der letzte sein. Aber wenn es darauf ankommt, bin ich verdammt froh, diese beiden an meiner Seite zu wissen.
Mathias und Bizzy haben heute nicht nur Angreifer erledigt. Sie haben bewiesen, dass man sich auf sie verlassen kann, wenn es wirklich ernst wird.
Und das ist in dieser Welt mehr wert als jede seltene Waffe.
Wo war Flocke?
Eine Person fehlte allerdings bei diesem ganzen Chaos: Flocke.
Sie war bereits früh am Morgen aufgebrochen, um Feuerholz zu besorgen. Während wir anderen noch mit den Folgen des Überfalls beschäftigt waren, war sie irgendwo draußen unterwegs und ahnte vermutlich nicht einmal, was sich bei uns abgespielt hatte.
Einerseits bin ich froh, dass sie bei diesem Angriff nicht dabei war. Wer weiß, wie die Sache ausgegangen wäre, wenn sie ebenfalls mitten hineingeraten wäre.
Andererseits frage ich mich natürlich, wie es ihr geht und ob sie sicher zurückkommen wird. In Chernarus kann selbst eine einfache Suche nach Feuerholz zu einem gefährlichen Unterfangen werden. Man weiß nie, wem man im Wald begegnet oder ob irgendwo ein anderer Überlebender auf eine günstige Gelegenheit wartet.
Ich hoffe, dass sie bald wieder bei uns auftaucht und wir ihr in Ruhe erzählen können, was passiert ist.
Vermutlich wird sie ziemlich überrascht sein, wenn sie zurückkommt und erfährt, dass ausgerechnet an dem Morgen, an dem sie Feuerholz holen wollte, unsere Halle angegriffen wurde.
Vielleicht sollten wir künftig besser zusammenbleiben. Zumindest solange unsere Unterkunft noch nicht ausreichend gesichert ist.
Was dieser Tag uns gelehrt hat
Als ich später über die Ereignisse nachdachte, wurde mir klar, wie schnell sich alles verändern kann.
Gestern hatten wir noch Pläne geschmiedet, unsere Halle weiter ausgebaut und uns Gedanken darüber gemacht, wie wir unser gemeinsames Leben in Chernarus organisieren könnten. Heute musste ich schwer verletzt behandelt werden, während meine Kameraden um unser Überleben kämpften.
Unser Stützpunkt ist vielleicht noch lange nicht fertig. Unsere Vorräte könnten besser sein, und wir sind noch weit davon entfernt, wirklich sicher zu sein. Aber eines hat dieser Angriff gezeigt: Wir sind nicht mehr einfach nur irgendwelche Fremden, die zufällig zusammen unterwegs sind.
Lulufulli hat sich um mich gekümmert, als ich es selbst nicht mehr konnte. Mathias und Bizzy haben die Angreifer ausgeschaltet und uns verteidigt. Und Flocke war draußen unterwegs, um Holz für unser Lager zu besorgen, ohne zu wissen, was uns bevorstand.
Jeder von uns trägt auf seine Weise etwas zu dieser Gruppe bei.
Und vielleicht ist genau das unsere größte Stärke.
Nicht unsere Waffen. Nicht unsere Ausrüstung. Nicht einmal unsere Halle.
Sondern die Tatsache, dass wir anfangen, füreinander einzustehen.
Ich weiß nicht, was morgen passiert. Vielleicht kommen weitere Angreifer. Vielleicht müssen wir unseren Stützpunkt noch besser sichern oder uns vorerst zurückziehen. Und ich selbst werde wohl erst einmal wieder zu Kräften kommen müssen.
Aber ich werde diesen Tag nicht vergessen.
Denn heute habe ich erlebt, wie es sich anfühlt, wenn man selbst nichts mehr ausrichten kann und andere für einen kämpfen. Und ich weiß jetzt, dass ich in dieser Gruppe Menschen habe, denen ich etwas zu verdanken habe.
Bilanz des sechsten Tages:
Unsere Gruppe wurde überraschend überfallen.
Ich wurde schwer verletzt und war auf Hilfe angewiesen.
Lulufulli versorgte meine Verletzungen und kümmerte sich um mich.
Mathias und Bizzy stellten sich den Angreifern und erledigten sie.
Flocke war zum Zeitpunkt des Überfalls unterwegs, um Feuerholz zu besorgen.
Unser Zusammenhalt wurde auf eine harte Probe gestellt – und wir haben sie gemeinsam überstanden.
Tag 6 überlebt. Schwer verletzt, aber noch am Leben.
Danke an Lulufulli für die Behandlung, an Mathias und Bizzy für den Kampf und an alle, die Teil dieser kleinen Gemeinschaft geworden sind.
Heute wurde mir klar: Manchmal ist der stärkste Überlebende nicht derjenige, der am besten schießt oder die beste Ausrüstung besitzt. Manchmal ist es derjenige, der sich um dich kümmert, wenn du selbst nicht mehr kannst.
Und manchmal sind es genau die Menschen, die du erst vor wenigen Tagen kennengelernt hast, die plötzlich den Unterschied zwischen Leben und Tod ausmachen.
Ende des sechsten Tages.
Wir sind vielleicht nicht die bestausgerüstete Gruppe in Chernarus. Aber wenn wir zusammenhalten, werden wir es unseren Feinden verdammt schwer machen.
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